der Schummlauer

Die Elstraer Geschichten

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150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Elstra

Durch die vielen Stadtbrände, die Elstra erleiden musste, war die Kommunalverwaltung schon früh auf Feuerschutz und Rettungsgelegenheiten bedacht. Jedes Wohnhaus musste Feuereimer, Leitern und Haken im Grundstück halten. Im Brandfall musste der Hausbesitzer damit zur Brandstelle eilen und Hilfe leisten. Das war Stadtordnung, bevor es in Kursachsen eine Feuerordnung gab, in der eine Pflichtfeuerwehr verankert wurde. Die Stadt erbaute kommunale Leiterhäuser, in denen schwere große Leitern, große Einreißhaken und die kommunalen Feuereimer aufbewahrt wurden. Leiterhäuser gab es in der Bischofswerdaer Straße, in der Schlossgasse, in der Schulgasse, an der Kirchhofsmauer und in der Langen Gasse. Später wurden auch große hölzerne Bottiche auf Kufen angeschafft und an verschiedenen Stellen der Stadt aufgestellt. Es gab viele Wasserstellen, die als Feuerlöschteiche dienten. Daran erinnern solche Namen wie Feuerpfütze, Brauteich, Schützenteich, Lehmpfütze, Pfarrteich, Kommunteich. Noch heute erinnern auch an mancher Stelle noch Überreste von Röhrwassertrögen an ihre ursprüngliche Nutzung, nämlich Wasser für das Feuerlöschen in greifbarer Nähe zu haben. Am 1. Februar 1876 wurde in Elstra die Freiwillige Bürgerfeuerwehr gegründet. Daneben gab es die bereits erwähnte Pflichtfeuerwehr. Zur Pflichtfeuerwehr wurden Männer festgelegter Jahrgänge zum Dienst verpflichtet und entweder im Spritzenzug oder im Absperrzug eingesetzt. Die Gründung der Freiwilligen Bürgerfeuerwehr ist in diesem Jahr Anlass, das 150jährige Jubiläum zu feiern.

1908 hatte Elstra noch zwei Spritzen: die Rittergutsspritze und die der Freiwilligen Feuerwehr. Die Herrschaft von Elstra war natürlich auch an einem funktionierenden Brandschutz interessiert. Schließlich gab es in der Vergangenheit immer wieder zum Teil verheerende Stadt- aber auch Schlossbrände. Sie ließ in der Schlosssgasse ein Hofspritzenhaus erbauen. An dieser Stelle stand bis zum Neubau des Gebäudes der jetzigen FFW am Stadtring auch das alte Feuerwehrgerätehaus.

Hier eine kleine Übersicht über die bedeutendsten Brände:

Jahr

Anzahl Wohnhäuser

darunter

Anzahl Scheunen

1608

74

Kirche, Pfarre, alter Herrensitz

14

1657

107

Pfarre, Schule

19

1717

124

Kirche, Pfarre, Schule

43

1766

69

Schule

22

1902

 

Schloss

 

1913

 

Merkelsches Gut am Roßmarkt

 

Am 24. April 1940 wird die Pflichtfeuerwehr mit Ratsherrenbeschluss der Freiwilligen Feuerwehr zugeschlagen.

Heute ist die Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr für viele Ehrensache. Mit großem Engagement üben die Kameraden der FFW den Einsatz in bestimmten Situationen. Oft hört man das Aufheulen der Sirene und weiß, dass nun wieder ein Einsatz erfolgt. Dabei ist es keine Selbstverständlichkeit. Schließlich opfern sie für diese verantwortungsvolle Tätigkeit ihre Freizeit. Umso mehr sei an dieser Stelle allen Kameraden herzlich für ihren Mut, ihre Einsatzbereitschaft und ihre hohe Kompetenz gedankt. Vom 12. bis 14. Juni 2026 wird in Elstra nun das große Jubiläum gefeiert. Zur Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr in Elstra, seinen großen und kleinen Kameraden, wichtigen Persönlichkeiten, die sich besonders hervorgetan haben, und besonderen Ereignissen wird in diesem Jahr noch im Schummlauer zu lesen sein.

Autor: Martina Höhn, Heimat- und Geschichtsverein e. V.