der Schummlauer

Die Elstraer Geschichten

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Rundwanderung zu den Elstras Herrensitzen

Bis vor rund hundert Jahren war ein Rittergut eine teilselbständige Wirtschaftseinheit mit Wohngebäude, Lustgarten, Großbauernhof und Nebeneinrichtungen. War das Gut bedeutend und/oder die Nebeneinrichtungen (Forsten, Mühlen, Ziegelei usw.) einträglich, baute man für sich ein Schloss.

Nach Zerfall der Burgwardorganisation (Prietitz) bildeten sich an der oberen Elster mit Kamenz und Elstra zwei Herrschaftszentren heraus. Nach dem Fall derer von Kamenz entwickelte sich Elstra unter denen von Ponickau zu einer großen Herrschaft. Leider machten sie 1632 den verhängnisvollen Fehler, im Erbfall die Herrschaft zu teilen. Die Söhne bekamen u.a. ein Dorf, die Töchter Geld.

In den Dörfern entstanden nun kleine Rittergüter, die bald eigene Wege gingen. Sie blieben unbedeutend und konnten sich keine Schlösser leisten. Trotzdem sind die sichtbaren Reste interessante Zeugnisse einer längst vergangenen Zeit. Da man den heutigen Zustand der Anlagen ja bei der Wanderung (alles auch leicht mit dem Fahrrad erreichbar) sieht, soll jeweils zum Vergleich ein Bild aus älteren Zeiten gezeigt werden.

Elstra bekam Valentin Nicol, (stets verbunden mit Rauschwitz und Kindisch)
Die bedeutendste Herrschaft war Elstra, wo aus einer Wasserburg ein dreiflügeliges Schloss entstand, das 1902 völlig abbrannte und kurz darauf im Jugendstil neu gebaut wurde. Zum Gut gehörten viele Nebeneinrichtungen, wie Forsthäuser, Schafstall in der Schafgasse, ein Herrenhaus als Verwaltungszentrum mit Arrestzelle, ein Besucherhaus (heute Apotheke) u.a.


Ansichtskarte mit Haupteingang vor 1902

Kriepitz bekam Abraham
Ort und Gut wurden 1661 an das Kloster Marienstern verkauft, blieb juristisch aber Rittergut ohne ständische Verwaltung. Wohn- und Wirtschaftsgebäude wurden 1945 teils zerstört.


Rittergut mit Spritzenhaus am Eingang (üblicherweise an der Flurgrenze Rittergut-Dorf)

Gödlau nicht überliefert, evtl. erst später abgetrennt?
1668 kaufte Ort und Gut ein v. Kottwitz, 1703 an Hans Ernst v. Knoch auf Elstra zurückverkauft


Innenhof mit Verwaltungsgebäude und Scheune

Rehnsdorf bekam Caspar
Das Rittergut, zu dem auch Obergersdorf mit eigener Kirche gehörte, wurde im 19. Jh. an die heutige Stelle verlegt, nach 1945
Schloss abgerissen, Park bebaut.


Hauptgebäude mit Lustgarten (Grundmauern noch im Gebüsch zu finden)

Wohla bekam Elias
Zur Herrschaft gehörten die fünf Orte des Ländchens und Niedergersdorf.


Südseite des Barockschlosses mit Lustgarten

Prietitz bekam Hans Wolf
Im Schloss wohnten zeitweise hohe Herren der Oberlausitz, das Rittergut selbst wurde bereits um xx abgerissen, die Felder verpachtet. Das Schloss wurde um und ausgebaut, zuletzt Gemeindeamt u.a., seit kurzem Restaurierungen.


Barockes Herrenhaus/Schloss und Kirche (Blick vom alten Burgwardsmittelpunkt um 1840)

Die hier nur extrem kurz vorgestellten Anlagen bieten bei genauer Betrachtung eine Fülle von Details zur damaligen Lebens- und Wirtschaftsweise, so Brauer- und Brennereien, Grabanlagen usw. Da die Rittergüter um Elstra erst entstanden sind, nachdem Befestigungen überflüssig waren, sind diesbezüglich (im Gegensatz zu vielen anderen Gütern der Oberlausitz) keinerlei Reste zu finden.